Durch den demographischen Wandel und die verbesserte Gesundheitsversorgung werden die Menschen in Deutschland immer älter und benötigen im hohen Alter entsprechend mehr medizinische, pflegerische und therapeutische Versorgung. Als Fachklinik für Geriatrie spüren wir diese Entwicklung in zweierlei Hinsicht: die Anzahl der Patientinnen und Patienten sowie deren Multimorbidität nehmen zu, zeitgleich macht sich der Fachkräftemangel bemerkbar – es fehlen die personellen Ressourcen, um der steigenden Pflegebedürftigkeit gerecht zu werden.

Daher verfolgen wir in der Klinik Wartenberg, wie auch viele andere Einrichtungen des Gesundheitswesens, die Strategie, Fachkräfte aus dem Ausland zu rekrutieren, ihnen hier berufliche Chancen zu bieten und sie langfristig an unsere Klinik zu binden.

Mittlerweile sind in der Klinik Wartenberg mehr als 30 Nationalitäten tätig, was sowohl sprachlich, fachlich und kulturell einige Herausforderungen mit sich bringt. Daher ergreifen wir vielfältige Maßnahmen, die sowohl die fachliche und betriebliche Integration betreffen, aber zusätzlich auch die sprachliche und soziale Integration in der Klinik und auch in der Nachbarschaft fördern.

 

Wir arbeiten mit verschiedenen Agenturen aus unterschiedlichen Ländern zusammen, um geeignetes Fachpersonal auszuwählen und einzustellen. Dazu reisen wir auch teilweise in die Heimatländer, um die Bewerbenden direkt vor Ort persönlich kennenzulernen.

Bitte beachten Sie, dass eine direkte Einstellung aus dem Ausland, ohne Unterstützung einer Agentur für uns nicht möglich ist.

 

In der Regel kommen ausländische Mitarbeitende bei Einreise mit dem Flugzeug. Auf Kosten der Klinik, werden die neuen Mitarbeitenden per Taxi vom Flughafen abgeholt und zur Klinik gebracht. Sie erhalten eine Mietwohnung in einem der Personalwohngebäude.

Vor dem ersten Arbeitstag begleitet eine der Integrationsbeauftragten den neuen Mitarbeitenden zum Einwohnermeldeamt, um ihn anzumelden. Meist wird dann auch direkt ein Bankkonto eröffnet, auf das zukünftig das Gehalt gezahlt wird. Darüber hinaus erhalten die ausländischen Mitarbeitenden eine Führung durch den Ort, bei der alle wichtigen Anlaufstellen gezeigt werden.

Der erste Arbeitstag wird auch „Organisationstag“ genannt. Zunächst erfolgt die Vorstellung in der Personalabteilung und alle Unterlagen werden überprüft. Sie erhalten ihre Arbeitskleidung, Namensschild, Transponder für die Türen, einen Spind sowie eine Personalkarte, mit der sie Speisen und Getränke im Bistro kaufen können. Dann stellen sich die neuen Kolleginnen und Kollegen in der jeweiligen Abteilung vor, lernen ihren Vorgesetzten und das Team kennen.

Der zweite Tag ist der erste richtige Arbeitstag. Den neuen Mitarbeitenden werden die Abteilung und ihre Arbeitsbereiche gezeigt. Sie erhalten einen Einarbeitungskatalog sowie einen Personalbogen, für alle Nachweise. Dann beginnt die Einarbeitung in der jeweiligen Abteilung beziehungsweise Station.

Die Integrationsbeauftragten vereinbaren für die neuen Kolleginnen und Kollegen einen Termin beim Betriebsarzt und melden sie zu den innerbetrieblichen Pflichtfortbildungen an. Sie informieren sie darüber hinaus über interne Angebote, wie zum Beispiel das Betriebliche Gesundheitsmanagement mit diversen Sportangeboten oder Veranstaltungen innerhalb der Klinik. Die zentrale Praxisanleitung sowie die Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter auf den Stationen fördern die ausländischen Fachkräfte in der Einarbeitung und im Anerkennungsprozess nach individuellem Kenntnisstand. Sie kommunizieren dazu auch mit den kooperierenden Berufsfachschulen und begleiten die digitalen Anpassungslehrgänge und Kenntnisprüfungen.

Einmal im Monat findet ein Mitarbeitereinführungstag für alle neuen Mitarbeitenden der Klinik Wartenberg statt. An diesem Tag werden die neuen Kolleginnen und Kollegen durch die Klinik geführt und es wird ein gemeinsames Foto gemacht. Nach der Begrüßung durch den Geschäftsführer im großen Vortragssaal erhalten die Teilnehmenden eine kurze Vorstellung des Qualitätsmanagements, des Datenschutzes, der Hygiene und Arbeitssicherheit. Je nach beteiligten Berufsgruppen werden auch speziellere Räumlichkeiten oder Gegenstände wie Notfall-Rucksäcke, Tovertafel oder Ergotherapie-Küche gezeigt. Mittags gibt es dann ein gemeinsames Mittagessen, bei dem sich alle ein bisschen kennenlernen können.

Näheres zu unseren Integrationsbeauftragten erfahren Sie hier

Um als Fachkräfte in Deutschland anerkannt zu werden, müssen ausländische Pflegekräfte einen Anerkennungsprozess durchlaufen. Dazu stellt das Landesamt für Pflege zunächst in einem Defizitbescheid über jene Kompetenzen fest, die zur Erlangung der Anerkennung als Fachkraft erlernt werden müssen. Diese werden dann in einer Anerkennungsprüfung überprüft.

Sollte die Ausbildung im Heimatland mit der deutschen Ausbildung gleichwertig sein, bzw. hat der entsprechende Mitarbeitende bereits die fachlichen Kompetenzen auf Basis von Berufserfahrung erworben, ist kein Anerkennungsprozess im Sinne einer Kenntnisprüfung notwendig. In diesen Fällen, müssen aber die sprachlichen Kompetenzen (B2-Zertifikat) nachgewiesen werden.

Während des Anerkennungsprozesses und zur Vorbereitung auf die Kenntnisprüfung erhalten die ausländischen Fachkräfte kontinuierlich praktische Begleitung/ Praxisanleitungen durch die beiden Integrationsbeauftragten. Die Praxisanleitungen orientieren sich an den Modulen bzw. an dem theoretischen Unterricht der jeweiligen Schule, wo der Vorbereitungslehrgang auf die Kenntnisprüfung besucht wird.

Die Kenntnisprüfung wird nach Abschluss des Vorbereitungslehrgangs durchgeführt. Die Anmeldung zur Kenntnisprüfung übernimmt die zentrale Praxisanleiterin der Klinik. Die Begleitung der Kenntnisprüfung wird dann durch die zentrale Praxisanleiterin oder einer der Beiden Integrationsbeauftragten zusätzlich zur Prüferin der Schule übernommen.

Maßgeblich zur Integration ist natürlich die Einbindung in das jeweilige Team. Zur betrieblichen Integration gehört die Einarbeitung, welche nach einem Einarbeitungskatalog für den jeweiligen Einsatzbereich abläuft. Darüber hinaus spielt das Team selbstverständlich eine wichtige Rolle in der sozialen Integration.

Jeder Fachbereich hat einen eigens entwickelten Einarbeitungskatalog, welcher die wichtigsten Aufgaben/Tätigkeiten abbildet, die in dem Bereich anfallen. Die Einarbeitungszeit richtet sich dabei vor allem nach den individuellen Bedürfnissen, Kompetenzen und der Auffassungsgabe des jeweiligen ausländischen Mitarbeitenden.

Während der Einarbeitung finden in der Regel bereits drei Mitarbeitergespräche statt. Dabei handelt es sich um das Erstgespräch, Zwischengespräch sowie dem Abschlussgespräch. Ziel dabei ist es, die Wünsche/Ziele beider Parteien in kürzeren Abständen zu kommunizieren und die Ergebnisse zu evaluieren. So kann festgestellt werden, welche Perspektiven es für beide Seiten in der Zusammenarbeit gibt.

Zusätzlich zu den oben genannten Gesprächen, finden zusätzlich jährlich Mitarbeitergespräche auf Basis von Zielvereinbarung statt. Hintergrund ist die Forderung/Förderung, sowie die Weiterentwicklung der Mitarbeitenden.

Über die betriebliche Integration hinausgehend, setzt sich die Arbeitsgruppe ‚Integration‘ vor allem für die soziale und gesellschaftliche Integration ausländischer Mitarbeitender ein. Diese Gruppe wurde 2024 ins Leben gerufen und haben seitdem verschiedene Maßnahmen und Projekte angeregt. Insbesondere der Austausch und die Vernetzung der Nachbarschaft der Personalwohngebäude stand dabei im Vordergrund, da der Großteil der ausländischen Kolleginnen und Kollegen dort wohnt. Deshalb wurde eine WhatsApp-Gruppe gegründet, um den Austausch zu fördern. In dieser WhatsApp-Gruppe wurden bereits mehrere Feste organisiert.

Die Arbeitsgruppe hat eine Broschüre mit dem Titel „Leben in Wartenberg“ erstellt, in der die grundlegenden Informationen für zugezogene Mitarbeitende aus dem Ausland bereitgestellt werden. Darüber hinaus wurde ein Katalog mit Freizeitangeboten in Wartenberg entwickelt, in dem diverse Aktivitäten in Vereinen, Verbänden und Clubs vorgestellt werden. Diese Dokumente sollen den neuen Kolleginnen und Kollegen erste Informationen für ihren Start in der Klinik und in Wartenberg geben.

Weitere Maßnahmen und Veranstaltungen sind geplant.